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Männer & Frauen - Eine Frage
der Perspektive
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[...] Daher offenbart sich in der Form des Mannes
mehr die Idee der kraft, in der Form des Weibes mehr die Idee
der Schönheit [...] Der geist des Mannes ist mehr schaffend,
aus sich heraus in das Weite hinwirkend, zu Anstrengungen, zur
Verarbeitung abstracter Gegenstände, zu weitaussehenden
plänen geneigter; unter den Leidenschaften und Affecten
gehören die raschen, ausbrechenden dem manne, die langsamen,
heimlich in sich gekehrten dem Weibe an. [...] Der Mann muss
erwerben, das Weib sucht zu erhalten; der Mann mit Gewalt, das
Weib mit Güte oder List. Der Mann arbeitet im Schweiße
seines Angesichtes und bedarf erschöpft der tiefen Ruhe;
das Weib ist geschäftig immerdar, in nimmer ruhender Betriebsamkeit.
Der Mann stemmt sich dem Schicksal selbst entgegen, und trotzt
schon zu Boden liegend noch der Gewalt; willig beugt das Weib
sein Haupt und findet Trost und Hilfe noch in seinen Thränen.
Conversations-Lexikon oder Handwörterbuch
für die gebildeten Stände, Leipzig 1815 |
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